Mit Gary Victor in Haiti - Über „Eine Violine für Adrien“

Shownotes

Insbesondere durch seine Kriminalromane ist der haitianische Schriftsteller Gary Victor im deutschsprachigen Raum bekannt geworden. Zu verdanken ist das insbesondere dem Verleger und Übersetzer Peter Trier, der die Bücher von Gary Victor nicht nur übersetzt, sondern im Litradukt Verlag auch herausbringt. Wie ist es dazu gekommen, dass er einen Verlag für Literatur aus der Karibik gegründet hat? Welche Besonderheiten gibt es im Schreiben von Gary Victor? Welche Rolle spielt Haiti in der Karibik – und wie ist das Verhältnis von karibischer und lateinamerikanischer Literatur? Darüber spricht Sonja Hartl mit Peter Trier und dem ehemaligen Weltempfänger-Juror Thomas Wörtche.

Im Herbst 2024 ist ein neuer Roman von Gary Victor erschienen: In „Eine Violine für Adrien“ träumt der der vierzehnjährige Adrien in Port-au-Prince zu Beginn der 1970er Jahre davon, ein Violinenvirtuose zu werden. Allein: Ihm fehlt die Geige. Seine Eltern können ihm keine kaufen, das ist nämlich sehr schwierig: Sie müsste aus dem Ausland importiert werden, außerdem ist so ein Instrument sehr teuer. Also fasst Adrien den Beschluss, selbst Geld zu verdienen. Damit geht der Ärger so richtig los. Denn Träumer haben es in den Jahren des Machtwechsels von Papa Doc – also François Duvalier – zu seinem Sohn Baby Doc – das ist Jean-Claude Duvalier – schwer …

Peter Trier ist Verleger und Übersetzer aus dem Französischen.

Thomas Wörtche ist Herausgeber einer Krimi-Reihe beim Suhrkamp Verlag und war von der Gründung bis zum Sommer 2021 Mitglied der Jury für die Weltempfänger-Bestenliste.

Sonja Hartl ist freie Journalistin.

Gary Victor wurde 1958 in Port-au-Prince geboren. Ursprünglich war er Agronom und hat für verschiedene Ministerien seines Landes gearbeitet. Dann hat er sich dem Journalismus zugewandt. Er ist dank seiner Romane, Theaterstücke und Radiobeiträge einer der subversivsten und populärsten Autoren seines Landes.

Gary Victor: Eine Violine für Adrien. Aus dem Französischen von Peter Trier. Litradukt 2024. 145 Seiten. 16 Euro.

Seit 2008 erscheint die Weltempfänger-Bestenliste auf Anregung des Autors, Übersetzers und Herausgebers Ilija Trojanow und gibt Orientierung über übersetzte Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt. Litprom gibt die Bestenliste viermal jährlich heraus. Eine ehrenamtliche Jury aus acht Literaturkritikerinnen und Journalistinnen wählt stets sieben Titel aus. Die Weltempfänger-Bestenlisten sind auch auf der Webseite von Litprom zu finden.

Litprom wurde 1980 als „Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V.“ gegründet und will den Dialog über und mit Literaturen des Globalen Südens im deutschsprachigen Raum anregen und fördern. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite.

Für Kommentare, Feedback, Fragen erreicht Ihr uns unter litprom@buchmesse.de. Zum Instagram von Litprom

Der Podcast wird gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds.